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Dieses Thema hat 6 Antworten
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firefly Offline




Beiträge: 37

12.08.2017 00:56
LED-Beleuchtung in Fahrzeuge einbauen Zitat · antworten

Hallo zusammen,

vor einiger Zeit kam die Anfrage an mich, ob ich denn ein paar Tipps zum Einbau der LEDs geben könne. Deshalb hier mein Forumsbeitrag zu diesem Thema.

1 Werkzeug

Lötkolben

Der Lötkolben sollte im besten Fall temperaturgeregelt und mit einer feinen Lötspitze ausgestattet sein. Wer einen Lötkolben kaufen und langfristig damit arbeiten und Spaß haben will kommt hier wohl um eine Investition > 80 € nicht herum.

Nachfolgend ein paar Merkmale, die eine Lötstation erfüllen sollte:
- Temperaturregelung.
- Dünne Lötspitzen (wechselbar). Für LEDs benutze ich eine spitz zulaufende Rundspitze.
- Hochflexibles Kabel am Lötkolben (nichts nervt mehr als ein störrisches Kabel).
- Leistung > 25 W (in Kombination mit der Temperaturregelung). Kurze Aufheizzeit. Damit kann man auch andere Arbeiten erledigen (z. B. Platinen bestücken).
- Kurzer Schaft des Lötkolbens. Das bedeutet, dass die Lötspitze möglichst nahe am Griff ist. Die Lötspitze lässt sich so besser führen (weniger Zittern).
- Galvanische Trennung und Potentialausgleich (für LED-Beleuchtung nicht erforderlich).
- Ersatzteile langfristig erhältlich.

Pinzetten
Als „Dritte Hand“ benutze ich eine Kreuzpinzette (Preis: ~ 10 €), die ich in einen kleinen Schraubstock einspanne. Eine weitere Pinzette zum Handhaben der LEDs.

Multimeter
Zur Feststellung der Polarität und Funktionsprüfung nutze ich ein Multimeter. Hier genügt ein preiswertes Gerät (~ 20 €). Allerdings sollte dies über die Messfunktion „Diodentest“ verfügen. Zu beachten ist, dass ältere Geräte nicht die erforderliche Spannung für weiße und blaue LEDs bereitstellen. Es werden hierfür bis 3,5 V benötigt. Auch die Flexibilität und die Präzision der Prüfspitzen ist bei Einstiegsmodellen eher gering. Aber falls die Spitzen zu grob sind kann man sich einen Satz Prüfspitzen nachkaufen.

Mikroklemmen
Mikroklemmen sind die umgangssprachlichen Krokoklemmen im Kleinformat. Diese sind leider nicht ganz billig (Paar > 13 €) und für die ersten Lötversuche nicht erforderlich.

Messpinzette
Es werden auch SMD-Messpinzetten angeboten. Leider bin ich hier von einer Messpinzette eines namhaften Herstellers enttäuscht worden. Die Kunststoffausführung und Form der Kontakte finde ich im Vergleich zum hohen Anschaffungspreis mangelhaft.

Sonstiges
Skalpell, Seitenschneider, Lupe, Nadelfeilen, Bohrer (1 mm), Messschieber.

2 Material

Lötzinn (Lötdraht)
Möglichst dünnes Lötzinn mit Flussmittelseele (d = 0,5 mm). Heutzutage bleifrei.

Lackdraht
Als elektrischer Leiter wird Lackdraht verwendet. Es handelt ich hierbei um einen einzelnen Kupferdraht, der mit Isolationslack überzogen ist. Üblicherweise sind diese Drähte kupferfarben. Im Modellbaubereich werden aber auch die Farben rot, grün, schwarz, blau und transparent angeboten. Dies ist hilfreich, wenn mehrere verschiedene Lichtfunktionen/Schaltkreise eingebaut werden sollen. Drahtdurchmesser ist 0,15 mm. Eine 100 m Spule des gefärbten Drahts kostet ~ 4,20 €. Im Elektronikvertrieb gibt’s kupferfarbenen Lackdraht auch wesentlich günstiger.

LEDs
Bei den LEDs (LED = light emitting diode) kommen Typen für die SMD-Montage (SMD = surface mounted device) zum Einsatz. Dies bedeutet, dass es bei diesen LEDs keine Anschlussbeinchen gibt, die man zum Verlöten durch Bohrungen einer Platine steckt. Die LEDs werden normalerweise auf der Oberfläche einer Platine verlötet. Dieses Prinzip ermöglicht kleinere Gehäuseformen und somit engere Bauteildichte.

- Farben: gelb, orange, grün, blau, weiß (warmweiß), violett

- Bauformen: Es gibt Buchstaben/Zahlen, welche die Größe (~ Fläche) der LEDs wiedergeben. Für die Modellbeleuchtung typisch:
Bauform 1206: ca. 1,6 x 3,2 mm² (für Maßstab 1/87 zu groß)
Bauform 0603: ca. 0,8 x 1,6 mm² (sehr häufig von mir verwendet, noch gut lötbar)
Bauform 0402: ca. 0,6 x 1,1 mm² (schwierig zu löten, ggf. für Rundumleuchten, Kühlergrills)
Die Höhe der LEDs variiert. Natürlich gibt es noch viele weitere Bauformen. Meist sind die Maße im Katalog angegeben. Andernfalls hilft ein Blick ins Datenblatt.

- Linsen: Die Linsen sind bei roten, grünen, gelben LEDs oft entsprechend eingefärbt. Sehr häufig sind die Linsen aber auch klar (farbunabhängig).

- Gehäuseform: In der Regel sind die LEDs rechteckig mit flacher Oberfläche. Für Sonderfälle wie z. B. Ampeln gibt es aber auch gewölbte Linsen.

- Nennspannung: Die Nennspannungen der LEDs sind unterschiedlich. Sie hängen primär mit der LED-Farbe zusammen und liegen im Bereich von ca. 1,8 V (rot) bis ca. 3,5 V (weiß, blau). Hierzu den Bereich Schaltungstechnik beachten. Alternative Bezeichnungen in Datenblättern: Vorwärtsspannung, Durchlassspannung, Forward voltage.

- Nennstrom: Beim Nennstrom handelt es sich zusammen mit der Nennspannung um den zweiten wichtigen Betriebsparameter einer LED. Über den Strom lässt sich die Helligkeit einstellen. Eine Überschreitung des Nennstroms führt zur Zerstörung der LED. Beim Kauf kann man ggf. auf sog. Low Current (Niedrigstrom) LEDs achten. Diese werden mit ca. einem Zehntel des Stromes einer Standard-LED betrieben. Dies kann sich bei batteriebetriebenen Modellen bemerkbar machen. Hierzu den Bereich Schaltungstechnik beachten. Alternative Bezeichnungen in Datenblättern: Vorwärtsstrom, Forward current.

- Lichtstärke/Helligkeit: Die Lichtstärke gibt die Helligkeit beim Betrieb der LED mit Nennstrom an. Sie wird mit mCd (Milli-Candela) angegeben. In der Regel gilt hier, dass die meisten LEDs für die Fahrzeugbeleuchtung zu hell sind und gedimmt werden müssen. Somit muss dieser Wert beim LED-Kauf weniger beachtet werden.

- Abstrahlwinkel: Bei großem Abstrahlwinkel ist die LED auch bei seitlicher Betrachtung gut zu erkennen. Besonders die (super)hellen LEDs arbeiten mit geringen Abstrahlwinkeln, dies entspricht einer Bündelung des Lichts.

Die Preise für LEDs variieren nach Farbe, Bauform, Hersteller, Distributor und abgenommener Stückzahl. Gelbe, rote, grüne LEDs werden als Einzelteile ab 5 Cent angeboten, für weiße LEDs kann der Preis bei bis zu ~ 40 Cent liegen. Hier muss man ein bisschen das Internet durchforsten (mache sind unverschämt teuer).

Widerstände
Widerstände dienen zur Strombegrenzung um LEDs an verschiedene Betriebsspannungen anschließen zu können oder ihre Helligkeit zu dimmen.

- Widerstandswerte: Es gibt nicht jeden Widerstandswert zu kaufen. Die Widerstandswerte haben meist normierte Werte aus einer sog. E-Reihe (1 / 1,5 / 1,8 / 2,2 / 2,7 usw.). Für Beleuchtungsprojekte kommt es aber nicht auf den genauen Wert an. Man kann naheliegende Werte wählen.

- Toleranz: Bei den Widerständen gibt es verschiedene Toleranzen (5%, 1%, 0,1%). Für Beleuchtungsaufgaben ist dieser Wert unkritisch, denn daraus resultierende Helligkeitsunterschiede werden wahrscheinlich nicht wahrgenommen. Hier nach Preis einkaufen.

- Bauformen: Auch hier gibt es verschiedene Bauformen 1206, 0603 usw. oder als bedrahtete Variante.

- Verlustleistung: Damit ist gemeint, dass hier elektrische Energie in Wärme umgesetzt wird. Für die geringen Verlustleistungen bei der LED-Beleuchtung können fast immer SMD-Widerstände eingesetzt werden. Hier gilt, je kleiner die Bauteilgröße, desto geringer die Verlustleistung. Typische Werte: Bauform 1206 bis 0,25 W, Bauform 0805 bis 0,125 W, Bauform 0603 bis 0,1 W. Siehe Beispiel der Grundschaltung.
Bei den SMD-Widerständen ist der Widerstandswert oft als dreistelliger Wert aufgedruckt. Die ersten zwei Ziffern zeigen den Wert, die dritte Ziffer die Anzahl der Nullen.
Bsp.
Zahl 472: 47 mit zwei Nullen → 4700 Ohm
Zahl 330: 33 mit einer Null → 33 Ohm
Oder einfach mit dem Multimeter vor dem Einbau nachmessen.

Kleber
Hier nutze ich oftmals einen Flüssigkunststoff, der mittels UV-Licht aushärtet (Polymerisation). Diese Kunststoffe sind mittlerweile unter verschiedenen Bezeichnungen von verschiedenen Herstellern erhältlich (als Set mit einer UV-LED). Leider relativ teuer.
Vorteil:
- Spaltfüllend, sofern UV-Licht auftreffen kann.
- Transparent um ggf. auch eine Front-LED auszugießen.
Nachteile:
- Schlechte Haftung auf dem Modellbaukunststoff
- teuer
Ansonsten können Kleber nach eigener Vorliebe eingesetzt werden.

Sonstiges
- Schwarzer Lack: Hiermit kann rückseitiger Lichtaustritt um eine LED herum reduziert werden.
- dünne Litze: Diese kann als Anschlussleitung genutzt werden. Sie ist etwas robuster als der Lackdraht.
- Experimentierplatine/Laborkarte: Laborkarten sind Leiterplatten, die für Versuchsaufbauten genutzt werden. Sie können z. B. Widerstände aufnehmen oder nur als Lötstützpunkt eingesetzt werden. Es gibt sie in verschieden Ausführungen.
Punktraster, Streifenraster oder für IC-Bestückung
Trägermaterial aus Hartpapier oder Epoxid
Verschiedene Dicken und Größen
Einseitige oder zweiseitige Kupferauflage. Auch durchkontaktiert verfügbar (Pads der Ober- und Unterseite elektrisch verbunden).

3 Schaltungstechnik

Stromversorgung
Zur Versorgung der Modelle können verschiedene Stromquellen genutzt werden. Sie sollten mindestens eine Gleichspannung für den Betrieb der LED mit der höchsten Betriebsspannung bereitstellen. Bei einer weißen LED wäre somit eine Spannung größer 3,5 V erforderlich. Ebenso sollte der erforderliche Betriebsstrom verfügbar sein. In diesem Fall einige 10 mA. Für lange Beleuchtungsdauern (Dioramen/Vitrine) sollte ein Netzteil eingesetzt werden. Für mobile Anwendungen natürlich der Akku-/Batteriebetrieb.

- Steckernetzteil: Es genügt hier ein günstiges Steckernetzteil (Preis:~ 5 €), welche für verschiedenen Spannungen massenhaft angeboten werden.

- Lipo-Akku: Falls ein mobiler Betrieb (z. B. als RC-Modell) vorgesehen ist kommt häufig eine einzelne Lipo-Zelle mit 3,7 V zum Einsatz.

- 9 oder 12 V: Dies Spannung ist oftmals im Bereich der Spielzeuge anzutreffen (früher z. B. Eisenbahntrafo). Hier kann auch mal eine 9V-Blockbatterie für kurzzeitigen mobilen Betrieb eingesetzt werden.

- 16 V AC: Die im Modellbahnbereich gängige Wechselspannung von 16 V ~ sollte gleichgerichtet werden. Hieraus ergeben sich dann ca. 22 V Gleichspannung.

- USB-Port/Netzteil: Ein USB-Port hat eine Ausgangsspannung von 5 V bei einem zulässigen Maximalstrom von 500 mA (High powered port). Das reicht für den Anschluss mehrerer Modelle. Bei mir leuchtet somit ein Modell auf meinen Schreibtisch, sobald der PC eingeschaltet ist. Auch die angebotenen Netzteil werden nahezu verscherbelt oder sind ggf. schon im Haushalt vorhanden. Sollte für diverse Blinkschaltungen ein Mikrocontroller zum Einsatz kommen, so ist auch hierfür schon die passende Betriebsspannung vorhanden.
Beim Einsatz von zusätzlich Blinkelektroniken ist deren Betriebsspannung maßgebend.
Weiterhin gilt, dass man ein Modell, welches eine geringe Anschlussspannung hat (z. B. 5 V) leicht über einen zusätzlichen Vorwiderstand (oder Spannungsregler) an höhere Spannungen (z. B. 12 V) anschließen kann. Im umgekehrten Fall ist dies aufwendiger und teurer, denn dies erfordert einen DC-DC-Wandler.

Grundschaltung


Bei LEDs muss die Nennspannung mit der richtigen Polarität angelegt werden. Bei zu niedriger Spannung oder einer Falschpolung leuchtet die LED nicht. Ist die erforderliche Nennspannung erreicht, so fließt ein Strom durch das Bauteil. Dieser Strom kann über einen Vorwiderstand eingestellt werden um die Helligkeit der LED zu variieren. Bei Nennstrom ist die maximale Helligkeit erreicht. Ein Überschreiten des Nennstroms führt zur Zerstörung der LED. Deshalb sollte eine LED immer mit Vorwiderstand betrieben werden. Nennspannung und Nennstrom kann man dem Datenblatt entnehmen.
Der Anschluss einer LED erfolgt somit als Reihenschaltung. In dem Schaltplan entspricht +UB dem Pluspol der Betriebsspannung und GND (= Ground) dem Minuspol. Bei der LED entspricht die Anode (A) dem Plus- und die Kathode (K) dem Minuspol. Im unteren Schaltbild muss also die Anode der LED oben sein. Beim Schaltsymbol der LED ist die Kathode (Minuspol) der Strich. Manchmal ist diese Symbol auch auf der Unterseite der LED aufgedruckt, meistens jedoch ist die Kathode durch eine Markierung (z.B. Punkt) oder eine abgeschrägte Ecke am LED-Gehäuse gekennzeichnet. Die Polung des Widerstandes ist egal, ebenso die Reihenfolge der Bauteile. Der linke und rechte Teil im Schaltbild sind funktional identisch.

Der Vorwiderstand Rv (im Bsp. R1 bzw. R2) berechnet sich folgendermaßen.
Beispiel 1:
Aus dem Datenblatt der LED kann die Nennspannung von UF = 3,1 V entnommen werden. Der zugehörige LED-Strom soll IF = 10 mA betragen. Die Betriebsspannung ist UB = 12 V.
Mit diesen Angaben wird zuerst die Spannung UR am Widerstand ausgerechnet, denn bei einer Reihenschaltung ist die Gesamtspannung gleich der Summe aller Teilspannungen.

Anschließend kann der Widerstand mit dem ohmschen Gesetz berechnet werden. Dabei die Milliampere in Ampere umrechnen.

Ergebnis: Für diese Schaltung wird ein Widerstand von 890 Ohm benötigt.
Da dieser Wert nicht angeboten wird muss ein naheliegender Widerstandswert von 820 oder 1000 Ohm eingesetzt werden. Wählt man den kleineren Widerstand, so führt das zu einem höheren Strom und einer helleren Diode. Im schlimmsten Fall zur Überschreitung des Maximalstroms und vorzeitigem Ausfall der LED. Der größere Widerstandswert zu einem etwas geringeren Strom, aber zur Einhaltung der Maximalwerte.

Um die Berechnungen zu komplettieren gilt es noch zu prüfen, für welche Verlustleistung der Widerstand ausgelegt sein muss. Aus dem Beispiel ist bekannt, dass am Widerstand Rv = 1000 Ohm ein Spannungsabfall von 8,9 V erwartet wird. Das Ergebnis der Leistungsberechnung zeigt, dass die erwartete Verlustleistung P = 0,079 W unterhalb der max. Verlustleistung eines Widerstands der Bauform 0603 (Pmax = 0,1 W) liegt. Natürlich können auch Widerstände größerer Bauformen verwendet werden.





Reihenschaltung mehrerer LEDs

Die oben gezeigte Reihenschaltung kann für den Einsatz mehrerer LEDs dupliziert werden. Um jedoch nicht für jede LED einen Widerstand zu verbauen kann die Reihenschaltung erweitert werden. Dies verringert die Anzahl der erforderlichen Widerstände und somit den Verdrahtungsaufwand. Auch die Verlustleistung am Widerstand wird reduziert, was sich besonders bei Batteriebetrieb positiv auswirkt.
Voraussetzungen hierfür sind:
- Die Betriebsspannung ist um ein Vielfaches höher als die Flussspannung einer LED.
- Alle LEDs der Reihenschaltung sollen mit dem gleichen Strom betrieben werden. Z. B. zwei Frontlichter oder vier Seitenbegrenzungsleuchten.

Beispiel 2.
Im Beispiel 2 sollen zwei Frontlichter in einer Reihenschaltung betrieben werden. Es handelt sich dabei um typengleiche LEDs und sie sollen mit identischer Helligkeit betrieben werden. Die Reihenschaltung ist nur möglich, wenn die Betriebsspannung hoch genug ist. Im Bsp. werden zwei LEDs in Reihe geschaltet, so dass hier die LED-Spannung ULED = 3,1 V verdoppelt werden muss. Die erforderlichen 6,2 V sind kleiner als die Betriebsspannung UB = 12 V. Eine Reihenschaltung ist somit möglich. Das Schaltbild zeigt wiederum die Möglichkeiten, den Widerstand an beliebiger Position einzulöten.

Sogar eine dritte LED in Reihe wäre möglich (9,3 V werden benötigt). Vier LEDs würden jedoch 12,4 V erfordern, was die Betriebsspannung von 12 V überschreitet. In diesem Fall müssten zwei Reihenschaltungen zu je zwei LEDs und je einem Widerstand aufgebaut werden.
Tritt der Sonderfall ein, dass die erforderliche LED-Spannung genau der Betriebsspannung entspricht, so sollte die LED-Anzahl um eine LED reduziert und wiederum ein Widerstand eingefügt werden. Bsp.: Vier LEDs mit je 3 V könnten an 12 V theoretisch betrieben werden. In der Praxis sind aber max. drei LEDs und ein Widerstand in der Reihenschaltung zu betreiben.

Parallelschaltung mehrerer LEDs

Die Parallelschaltung mehrerer Dioden ist elektrotechnisch normalerweise meist als Fehler zu bewerten. Grund hierfür ist, dass die Dioden nicht 100 % identisch sind und somit (vereinfacht gesagt) die elektrische Leistung ungleich auf die Dioden verteilt würde. Bei der Modellbeleuchtung jedoch spricht folgendes für die Parallelschaltung der LEDs:
- geringer Platz zwischen den LEDs erforderlich
- Betrieb mit nur einer LiPo-Zelle
- Weniger Verdrahtungsaufwand
Generell gilt hier natürlich, dass die parallel geschalteten LEDs typengleich sein müssen.

Die Berechnung des Widerstandes erfolgt mit einem Gesamtstrom Iges der dem dreifachen Strom einer einzelnen LED entspricht.










4 Einbau

Anlöten der LEDs

Zuerst werden zwei ausreichend lange Lackdrähte zugeschnitten. Sie sollten so bemessen ein, dass diese zu einem gemeinsamen Verteilerpunkt geführt werden können. Dies kann z. B. unterhalb der Fahrerkabine eines LKWs sein. Stehen farbige Lackdrähte zur Verfügung, so sollte man sich eine einheitliche Verwendung angewöhnen. Bei Standartlackdraht kann mit Edding oder einem Knoten eine Markierung für die Polung oder zur Kennzeichnung angebracht werden. In der Regel verwende ich für gemeinsame Pluspole rote, für gemeinsame Minuspole schwarze Lackdrähte. Die restlichen Farben verwende ich für den jeweils anderen Pol nach Funktion der LED.
Der Lackdraht wird zuerst an den Enden verzinnt. Hierzu muss die isolierende Lackschicht entfernt werden. Da dies mechanisch bei diesen dünnen Drähten nahezu unmöglich ist wird der Lack mit dem Lötkolben bei ca. 400 °C geschmolzen. GASE NICHT EINATMEN! Man legt hierzu das Drahtende auf der Lötspitze auf und führt an der Schnittfläche Lötzinn zu. An einem Ende genügt ein ca. 1 mm langes verzinntes Stück. Will man vor dem Einbau die Funktionsfähigkeit prüfen, so muss auch das andere Ende ein Stück verzinnt werden.
Sind die Lackdrähte vorbereitet, so reduziert man die Lötspitzentemperatur zum Löten. Hier kann man sich am angegebenen Schmelzpunkt des Lötzinnherstellers orientieren oder auch nach Gefühl einstellen. Hierzu sollte die Temperatur nicht zu hoch gewählt werden, da sonst das enthaltene Flussmittel zu schnell verdampft. Ebenfalls hat Lötzinn die Eigenschaft, dass es oberhalb des Schmelzpunktes (Liquidus) wieder zähflüssiger wird.

Nun kann man die LED in der Kreuzzange fixieren, so dass ein Pol frei liegt. Hierbei ist die Polarität zu beachten. Oftmals ist die Kathode (Minus) mit einem Punkt oder einer angeschrägte Gehäuseseite/-ecke markiert. Auch mit dem Diodentest eines Multimeters lässt sich die Polarität feststellen. Nun kann die die Lötfläche der LED noch mit Zinn benetzt werden. Hier genügt es, wenn auf die Lötspitze kurz zuvor ein kleines bisschen Zinn aufgebracht und dann die Lötfläche kurz berührt wird. Keine Lötzinnkugel aufsetzen. Sollte dies doch geschehen sein, muss man mit einer blanken Lötspitze überschüssiges Zinn wieder abnehmen.
Nun wird der Lackdraht mit einer Hand auf die Kontaktfläche der LED aufgelegt und mit der anderen Hand der Lötkolben kurz zugeführt. Hierbei möglichst LED und Draht erwärmen. Um eine guten Wärmeübergang zu gewährleisten sollte die Kontaktfläche möglichst groß und/oder eine geringe Menge Zinn auf der Lötspitze sein.
Weiterhin sei gesagt, dass die Lötspitze zügig weg gezogen werden sollte. Andernfalls bildet sich oftmals eine Zinnspitze aus. Genauso ist auf kurze Lötzeiten und geringe Zugbelastung der Lötflächen zu achten.
Nun kann man die LED wenden und den anderen Pol auf die gleiche Weise anlöten.

Da besonders bei den ersten Lötversuchen die LED beschädigt werden kann ist es empfehlenswert mittels Multimeter die Funktion der LED und die angefertigten Lötstellen zu testen. Hierzu den Diodentest am Multimeter einstellen und mit den Messspitzen die verzinnten Drahtenden berühren. Polarität beachten. Die LED muss leuchten. Der Diodentest funktioniert aber nur für eine einzelne LED und nicht über mehrere LEDs/Widerstände einer Reihenschaltung.
Auf die gleiche Weise wird jetzt noch der Vorwiderstand angelötet. Auch hier kann nach dem Lötvorgang mit dem Multimeter und eingestellter Widerstandsmessfunktion der Widerstandswert kontrolliert werden. Somit kann eine evtl. vorhanden Lötbrücke am Widerstand erkannt werden. Es würde dann ein Widerstandswert nahe Null Ohm angezeigt werden.
Vor dem Einbau ins Modell kann dieser LED-Strang an die Spannungsquelle angeschlossen und beurteilt werden. Oftmals sind die LEDs zu hell, so dass der Widerstand ggf. durch einen höheren Wert ersetzt werden muss. Hat man nur eine begrenzte Widerstandsauswahl vorrätig, so können auch mehrere Widerstände in einer Reihenschaltung zur Reduzierung der Helligkeit eingebaut werden.

Montage

Bei den Front- und Heckleuchten sind vom Hersteller oftmals transparente bzw. lichtdurchlässige rote Kunststoffe verbaut. In solchen Fällen kann die LED verdeckt eingebaut werden. Hierfür wird das Modell zerlegt und der transparente Kunststoff der Frontlichter ausgebaut. Bei dieser Montageart werden die Kupferdrähte auf der Rückseite der LED angelötet.

In den Kunststoff kann man von der Rückseite aus eine kleine Vertiefung zum Einlassen der LED bohren. In diese Bohrungen werden dann die LEDs eingeklebt. Hierzu verwende ich den oben erwähnten Kunststoff. Die nachfolgenden Darstellungen zeigen die LEDs und den mittig eingeschleiften Widerstand.

Vor den weiteren Arbeitsschritten sollte wiederum eine Funktionskontrolle vorgenommen werden.

Da entlang des transparenten Kunststoffs ebenfalls Licht austritt kann man die zwei Scheinwerfer abtrennen und ohne Verbindungsstück einkleben. Der Widerstand und die Lackdrähte werden fixiert. Durch Überlackieren mit einem deckenden Lack kann der Lichtaustritt zur Rückseite vermieden werden.

Bei den Rückleuchten entfernt man den Befestigungszapfen an den Rücklichtern. Das Befestigungsloch kann so vergrößert werden, so dass die LED darin Platz findet. Zuvor klebt man die Rücklichter ohne Befestigungszapfen auf. Anschließend die LED.

Wenn keine Rücklichter aus Kunststoff vorhanden sind (wie bei diesem Modell am Anhänger), so kann eine LED mit roter Linse eingebaut werden. In diesem Beispiel sind die Lackdrähte vorne aufgelötet damit die Rückseite zum Aufkleben eben ist.

Glänzende Lötstellen werden überlackiert.

Die Verlegung der Lackdrähte durch kleine Bohrungen nach Innen.

Fixierung der Drähte und des Widerstands.

Bei den Seitenbegrenzungsleuchten geht es weiter. Diese LEDs werden oftmals auf den Kunststoff geklebt. Aber auch hier kann man kleine Taschen mit dem Skalpell herausarbeiten.

Alle Lackdrähte werden zusammengeführt und unter Beachtung der Polarität miteinander verbunden. Im Beispiel wurden in der Nähe der Vorderachse zwei Löcher gebohrt und zwei Litzen hindurch geführt. Diese können verknotet werden, so dass diese nicht mehr nach unten heraus gezogen werden können. Die Litzen sind robuster als die Lackdrähte.









Sind alle LEDs angeschlossen erfolgt der Zusammenbau des Fahrzeugs.


Ich wünsche Euch viel Spaß beim Basteln.

greenwonder Offline



Beiträge: 13

12.08.2017 16:25
#2 RE: LED-Beleuchtung in Fahrzeuge einbauen Zitat · antworten

Hi,
das ist ein wirklich sehr sehr sehr ausführlicher Bericht. Echt klasse von dir und bestimmt für viele Einsteiger sehr hilfreich.
Wollte einfach mal ein großes Lob an dich aussprechen.

Grüße Karsten

niko477 Offline




Beiträge: 6

13.08.2017 23:37
#3 RE: LED-Beleuchtung in Fahrzeuge einbauen Zitat · antworten

Dem kann ich nur zustimmen, gute Arbeit und danke.
Klasse erklärt und mit Fotos, was will man mehr.
Danke nochmals

Lenni Offline



Beiträge: 180

16.08.2017 21:07
#4 RE: LED-Beleuchtung in Fahrzeuge einbauen Zitat · antworten

Super Anleitung, sehr ausführlich.
Vielleicht könnte man noch anmerken dass die Widerstände die nach der genannten Formel
berechnet werden die Minimalwerte darstellen dass die LED halt nicht durchbrennt,
wenn man in der Praxis z.B. ein Fahrzeug beleuchten will kann man viel kleinere Ströme
als die angegebenen Maximalwerte nehmen und somit viel höhere Widerstandswerte.
Leider muss man da aber bisschen probieren und es gibt keine allgemein gültigen Werte.

Vosi2 Offline




Beiträge: 20

17.08.2017 12:45
#5 RE: LED-Beleuchtung in Fahrzeuge einbauen Zitat · antworten

Hi,

Echt eine super Beschreibung. Vielleicht kannst unter Montage joche einen Punkt zu Rundumleuchten einfügen.

Gruß
Axel

Facebook: www.Facebook.com/efhameln

frankeisenbahn Offline



Beiträge: 166

18.08.2017 07:12
#6 RE: LED-Beleuchtung in Fahrzeuge einbauen Zitat · antworten

Hallo Dieter,
ich möchte mich den Vorrednern anschließen.
Das ist wirklich eine umfangreiche und hilfreiche Beschreibung.
Viele Grüße
Frank

technikfan Offline




Beiträge: 55

08.09.2017 11:07
#7 RE: LED-Beleuchtung in Fahrzeuge einbauen Zitat · antworten

Hi,
ein wirklich sehr hilfreicher Beitrag der vorallem Anfängern die meisten Fragen zum Thema LEDs und deren Einbau beantwortet. Danke für deine Arbeit ! Was ich noch hinzufügen möchte, bei meinem ersten Modell habe ich zuerst versucht die Widerstände an den Lackdraht zu löten. Da ich vorher noch nie so kleine Teilchen gelötet hatte, hat das auch nicht recht funktoniert. Ich habe mir dann eine dünne Streifenraster Platine besorgt, jeweils zwei nebeneinander liegende Leiterbahnen in der breite eines Widerstands durchgetrennt und die Widerstände darauf gelötet. Das hat (zumindest für mich) deutlich besser funktioniert und die Widerstände sind dann gleich alle zusammen auf einer Platine aufgeräumt. Dann muss man nicht jeden Widerstand einzeln im Modell befestigen.
Für LEDs gibt es auch von irgendeinem Shop schon so vorgefertigte Platinen, nur für große LKWs geeignet, auf die man die LEDs und die Widerstände direkt auflöten kann. Habe ich aber noch nicht getestet, da sie für meine ersten beide Modelle zu breit waren.

Grüße von der Alb
Stefan

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Alle sagten das geht nicht, und dann kam einer, der das nicht wusste und hat es einfach gemacht

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